„One messenger to rule them all“ klang für mich nach einer guten Idee. Ein zentrales System für alle Chats, unabhängig vom Anbieter und ohne auf jedem Gerät mehrere Messenger installieren zu müssen. In Kombination mit dem Thema Datenschutz und der Abhängigkeit von großen Plattformen war das der Punkt, an dem ich angefangen habe, mich mit Matrix zu beschäftigen.
Was ist Matrix
Matrix bildet die technische Basis für die Kommunikation. Es ist kein Messenger im klassischen Sinn, sondern die Server-Technologie, über die Nachrichten sicher übertragen werden. Dieser Server kann selbst betrieben werden und steht damit nicht unter der Kontrolle eines einzelnen Anbieters, sondern unter der des Betreibers.
Matrix selbst stellt keine eigene Messenger App bereit. Stattdessen gibt es verschiedene Messenger, die sich mit einem Matrix Server verbinden können. Welche App genutzt wird, ist frei wählbar und unabhängig vom Server.
Ich habe dafür den Messenger Element genutzt, der auf Smartphones und Desktop Systemen verfügbar ist.


Nutzung im Alltag
Während der aktiven Nutzung habe ich Element ähnlich wie andere Messenger verwendet. Einzelchats, Gruppenchats und gelegentlich Dateien oder Absprachen. Die Grundfunktionen funktionierten zuverlässig. Verschlüsselung war aktiv und plattformübergreifende Nutzung problemlos möglich. Das Gefühl, nur einen Messenger zu benötigen, war tatsächlich gegeben.
Ein großer Vorteil war, dass Kontakte nicht vollständig auf Matrix wechseln mussten. Über Brücken war es möglich, Nachrichten mit Nutzern anderer Messenger zu führen. Das machte die Nutzung im Alltag überhaupt erst realistisch.
Technischer Betrieb
Der Matrix Server lief auf einem Linux System mit Synapse als Server Software. Der Betrieb war stabil. Es gab keine nennenswerten Ausfälle. Der Aufwand lag weniger im laufenden Betrieb, sondern eher in der Pflege und im Nachjustieren.
Gerade die Brücken erforderten Aufmerksamkeit. Funktionen waren noch nicht vollständig umgesetzt und Änderungen auf Seiten der angebundenen Messenger machten Anpassungen nötig. Insgesamt war der Pflegeaufwand deutlich höher als bei meiner Nextcloud Installation.
Warum ich den Betrieb eingestellt habe
Ich habe den Matrix Server zuletzt vor etwa anderthalb Jahren betrieben. Ausschlaggebend war eine Kombination aus hohem Pflegeaufwand und dem damaligen Reifegrad der Clients und Integrationen. Für den Alltag war der Kompromiss aus Funktionalität und Aufwand am Ende nicht mehr stimmig.
Einordnung heute
Grundsätzlich halte ich Matrix weiterhin für ein sehr spannendes System. Für technisch versierte Privatpersonen, die bewusst einen zentralen Messenger betreiben wollen, ist Matrix eine gute Option. Auch für Unternehmen ist Matrix interessant, insbesondere als internes Kommunikationstool ohne Brücken zu externen Messengern.
Hinweis zum Betrieb und zur Unterstützung
Wer Matrix nutzen möchte, sich aber nicht selbst um Einrichtung, Betrieb und Wartung kümmern will, kann auf eine betreute Lösung setzen.
Ich unterstütze bei der Planung, Einrichtung und dem Betrieb von Matrix Servern sowie bei der Einordnung, ob Matrix, Nextcloud oder andere Systeme für den jeweiligen Anwendungsfall sinnvoll sind.
Eine unverbindliche Anfrage ist jederzeit möglich, um Anforderungen und Möglichkeiten gemeinsam zu besprechen.
